Bewerbung

Schritt 3 - Karrierebibliothek

 

Die Suche nach der richtigen Stelle kann sehr zeitraubend und nervenaufreibend sein. Zuerst geht es darum, offene Stellen überhaupt zu finden. Anschliessend schickst du deine Bewerbungsunterlagen ein, worauf dann das Auswahlverfahren bei der Unternehmung beginnt.

In diesem Teil erfährst du, wie du Stellen findest, deine Bewerbungsunterlagen zusammenstellst und welche Auswahlverfahren heute üblich sind.

 

Stellensuche

 

 

Bewerbung

 

 

Auswahlverfahren

 

Es gibt eine Vielzahl von Kanälen, in welchen du Stellen finden kannst. Es empfiehlt sich auch hier, mit mehreren gleichzeitig zu arbeiten. Nachfolgend findest du eine vereinfachte Übersicht wichtiger Plattformen.

Stellenbörsen online

www.next-career.ch             www.jobwinner.ch

www.jobs.ch                           www.jobscout24.ch

www.students.ch                    www.monster.ch

www.topjobs.ch                      www.jobsuchmaschine.ch

Spezialisierte Stellenbörsen

Banking, Finance                   www.bankingjobs.ch, www.jobeye.ch, www.efinancialcareers.ch

Informatik                               www.itjobs.ch, www.job-box.ch, www.workfinder.ch

Öffentlicher Sektor                 www.publicjobs.ch

Pharma, Healthcare               www.pharmastellen.ch, www.pharmapro.ch

Umwelt, Naturschutz              www.naturschutz.ch, www.umweltprofis.ch, www.oebu.ch

Non-Profit-Organisationen     www.sinndrin.ch, www.cinfo.ch

KMU                                       www.kmuverband.ch/kmu-jobs.html, www.kmu.jobs

Lebenslauf

Allgemeine Empfehlungen

  • Der Lebenslauf soll deinen persönlichen Werdegang darstellen.
  • Die Aktivitäten sind dabei antichronologisch geordnet (vom Aktuellsten zum Ältesten).
  • Die Gestaltung ist übersichtlich, die Schriftart gut lesbar.
  • Der Text ist frei von Fehlern, die Formulierungen sind klar und präzise.
  • Der Lebenslauf ist persönlich und zeigt ein authentisches Bild von Ihnen.
  • Der Umfang beträgt 1 bis 2 Seiten (in keinem Fall mehr).

Checkliste Lebenslauf


 Das Bewerbunggschreiben

Allgemeine Empfehlungen

  • Das Bewerbungsschreiben legt kurz und prägnant dar, weshalb du dich für die besagte Stelle und die Unternehmung interessierst. Es zeigt zudem deine Eignung für die beworbene Stelle.
  • Der Umfang beträgt maximal 1 Seite A4.
  • Es richtet sich direkt an die im Stelleninserat genannte Person.
  • Layout und Darstellung orientieren sich an deinem Lebenslauf.

Checkliste Bewerbungsschreiben

Das LinkedIn-Profil

Soziale Medien und Plattformen wie etwa LinkedIn oder Xing bieten die Möglichkeit, ein eigenes Profil zu hinterlegen, aber auch Informationen über Unternehmen zu beschaffen oder gar Stelleninserate zu finden. Der Pflege des eigenen Profils kommt eine wichtige Rolle zu, da bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitenden auch diese Angaben angeschaut werden. Nachfolgend findest du einige Empfehlungen zur Gestaltung deines LinkedIn-Profils.

Checkliste LinkedIn

Die Unternehmung wird für die offene Stelle eine erste Auswahl an Kandidat*innen treffen und diese zu einem Interview einladen. Dieses kann in verschiedenen Formen durchgeführt werden und unterschiedliche Kanäle nutzen. Im folgenden erfährst du die wesentlichen Grundlagen und Tipps zur Vorbereitung.

Interview-Formen: Strukturiert oder halb strukturiert

Je nach Grad der Standardisierung der Fragen spricht man von strukturierten oder halb strukturierten Interviews (die gänzlich unstrukturierten sind in der Praxis sehr selten).

Bei den strukturierten Interviews folgt das Gespräch einem im Vorfeld festgelegten Fragebogen, der keinen Spielraum zulässt für eine Veränderung der Reihenfolge der Fragen. Nachfragen werden kaum gestellt. Dies erhöht die Vergleichbarkeit der Kandidat*innen, da alle die genau gleichen Fragen erhalten haben.

Halb strukturierte Interviews lassen etwas mehr Spielraum zu. Sie folgen zwar auch einem vorgegebenen Schema, erlauben aber auch, dass Nachfragen gestellt oder geplante Fragen weggelassen werden. Diese Technik ist in der Praxis sehr weit verbreitet, da die Unternehmung individueller auf die Kandidat*innen eingehen kann.

Telefonische Interviews

Aus Kostengründen setzen Unternehmen zunehmend auf telefonische Interviews für ein erstes Gespräch. Hierzu gilt es einige Empfehlungen zu berücksichtigen für die Vorbereitung:

  • Grundsätzlich ist die Vorbereitung genau gleich wie für ein persönliches Gespräch, es kommen aber «technische» Aspekte hinzu.
  • Suche dir einen ruhigen Ort, wo du ungestört bist und keine Hintergrundgeräusche das Gespräch stören.
  • Vermeide selber unnötige Geräusche, etwa durch Kaugummi kauen oder rauchen während des Gesprächs.
  • Halte deine Unterlagen (CV, Motivationsschreiben) sowie Schreibzeug bereit, falls du etwas notieren resp. nachschlagen möchtest.
  • Sprich deutlich und mit kräftiger Stimme, aber nicht zu schnell. Gib akustische Feedbacks (etwa «Mmmh», «Ich verstehe» etc.). Strahle auch am Telefon eine positive Grundhaltung aus.

Checkliste Bewerbungsgespräch

Typische Bwerbungsfragen

Video-Interviews

Seit geraumer Zeit finden Video-Interviews eine zunehmende Verbreitung. Sie bieten gegenüber herkömmlichen Interviews (wo du persönlich mit den Vertreter*innen der Unternehmung triffst) eine ganze Reihe von Vorteilen. Nebst dem Wegfall der Anreise ist es für dich vor allem auch die Tatsache, dass du das Interview von zuhause aus bestreitest und dich damit in einer vertrauten Umgebung befindest.

Bei den Video-Interviews werden drei typische Formen unterschieden:

  • Video-Interview (zeitlich synchron): Du triffst dich auf einer gängigen Videokonferenz-Plattform (Skype, Zoom, Google Hangout etc.). Das Gespräch ähnelt dem klassischen Bewerbungsgespräch am meisten, sowohl in Bezug auf den Ablauf selber als auch, was die Fragen angeht.
  • Aufgezeichnetes Interview (zeitlich asynchron): Hierfür wird meist eine spezialisierte Software eingesetzt, auf welcher du dich zu einem beliebigen Zeitpunkt einwählst. du erhältst dann einige wenige Bewerbungsfragen eingeblendet, zu welchen du deine Antworten aufzeichnest. Diese werden anschliessend der Unternehmung übermittelt. Für die Aufzeichnung deiner Antworten stehen dir meistens nur eine definierte Zahl Versuche sowie eine auf zwei bis drei Minuten begrenzte Zeit (pro Frage) zur Verfügung.
  • Sales Pitch: In diesem Fall werden dir typischerweise 30 bis 60 Sekunden Zeit gegeben, um ein «Verkaufsvideo» über dich selber aufzuzeichnen. Hier überzeugst du als Person, indem du dich selber bewirbst, als wärst du ein Produkt.

Technische Voraussetzungen

Grundsätzlich gelten bei Video-Interviews die gleichen Regeln wie bei einem persönlichen Gespräch. Allerdings kommen technische Anforderungen hinzu, welche eine gewisse Vorbereitung erforderlich machen.

  • Kamera und Mikrophon: Beide müssen von guter Qualität sein, um ein klares Bild und einen guten Ton zu erzielen. Teste die Einrichtung vor dem Gespräch aus.
  • Beleuchtung: Idealerweise richtest du dich so ein, dass das Licht von vorne kommt, um Schatten im Gesicht zu vermeiden. Falls der Raum über ein Fenster verfügt, setze dich so hin, dass du möglichst viel Tageslicht im Gesicht hast. Ist dies nicht möglich, stelle eine Lampe hinter die Kamera.
  • Kameraposition: Die Kamera sollte auf Augenhöhe sein, um ein gutes Bild deines Gesichts zu zeigen. Idealerweise ist sie etwa eine Armlänge von dir entfernt, damit die Proportionen stimmen und ein Teil des Hintergrundes sichtbar ist.
  • Hintergrund: Achte auf einen aufgeräumten und neutralen Hintergrund. Bilder an der Wand sind erlaubt, wenn sie nicht ablenken oder ein falsches Bild von dir vermitteln.
  • Kleidung: Wähle dieselbe Art von Kleidung, die du auch für ein persönliches Gespräch tragen würdest. Aus technischen Gründen ist von starken Mustern (Karo, Streifen, Pailletten etc.) abzuraten. Ideal sind möglichst unifarbene Kleidungsteile.

 Gesprächsführung

Auch hier gelten im Grundsatz dieselben Regeln wie bei einem persönlichen Gespräch: Sei freundlich, offen, authentisch. Allerdings kommen aus technischen Gründen zusätzliche Anforderungen hinzu.

    • Sprache: Sprich deutlich und klar, damit du gut verstanden wirst. Mache zusätzliche Pausen, um deinem Gegenüber die Gelegenheit zu geben, Nachfragen zu stellen oder das Thema zu wechseln.
    • Mimik und Gestik: Nutze deine Mimik, wie du dies in einem natürlichen Gespräch auch tun würdest. Obwohl das Bild in der Videokonferenz wohl etwas kleiner ausfällt, wird dies dennoch gesehen. Zudem kannst du deine Hände einsetzen, um Kernaussagen zu unterstreichen. Bei gutem Kameraabstand wird diese Gestik wahrgenommen.
    • Blick in die Kamera: Schaue nicht in deinen Bildschirm (obwohl dies für dich sehr natürlich wirkt), sondern direkt in die Kamera. Damit stellst du Blickkontakt zu deinem Gegenüber her. Du kannst dich neben der Kamera auch eine Markierung hinkleben, um dich selber daran zu erinnern.
    • Notizzettel: Bei einem Video-Gespräch kann niemand sehen, was du neben dem Computer hingelegt haben. Nutze dies, um beispielsweise deinen Lebenslauf einsehen zu können oder Notizen mit wichtigen Botschaften (über die Stelle und über dich selber) abzulegen.
    • Notizen machen: Selbstverständlich darfst du auch bei einem Video-Interview Notizen zum Gespräch zu machen. Idealerweise tust du dies von Hand, um unnötige Geräusche deiner Tastatur zu vermeiden.

Faktoren der Lohnbestimmung

Dein Lohn wird durch eine ganze Reihe von Faktoren bestimmt, zu denen nebst dem Studienabschluss (Fachrichtung, Stufe, Vertiefungsrichtung) auch das Alter oder deine Erfahrung gehören. Dazu kommen die Anforderungen an die Funktion (etwa Führungsaufgaben) sowie Branchenunterschiede und regionale Lohngefälle oder Unternehmensgrösse. Eine gute Vorbereitung zeigt dir, was du realistischerweise erwarten darfst.


Tipps für die Lohnverhandlung

Lohnverhandlungen sind keine Streitgespräche – es geht darum, einen gemeinsamen Nenner zu finden, der für beide Parteien stimmt. Dies bedeutet auch, dass sowohl du als auch der Arbeitgeber eine Bereitschaft für einen Kompromiss zeigen müssen.

Die Lohnfrage wird meistens vom Arbeitgeber aufgebracht. Antworte hier möglichst konkret in der Höhe des von dir erwarteten Jahresgehaltes. Im Vorfeld kannst du ich bereits informieren, welcher Lohn realistisch ist – in Abhängigkeit der Branche, der Funktion und der Region (s. unten). Zeige ein gesundes Selbstbewusstsein, aber gleichzeitig auch Verhandlungsbereitschaft und Offenheit.

Meistens ist das zweite Angebot des Arbeitgebers auch das letzte. Der Spielraum für Verhandlungen sollte also nicht zu stark ausgereizt werden.

Selbstverständlich hängt der Erfolg der Lohnverhandlung auch wesentlich vom Ton ab: Sei also freundlich, kommuniziere mit Ich-Botschaften («Ich erachte einen branchenüblichen Lohn als wichtig») und verliere deinen Humor nicht.


Fringe Benefits – Attraktive Nebenleistungen

Zu den Nebenleistungen gehören Vergünstigungen und kostenlose Angebote, die mit der jeweiligen Stelle verbunden sind. Typische Beispiele umfassen vergünstigtes oder kostenloses Essen in einer Kantine oder Getränke in einem Pausenraum, Zuschüsse für Mobilität (GA oder Halbtax-Abos, Parkplätze im Büro), Sportprogramme für Mitarbeitende, Home-Office-Möglichkeiten, Firmenwagen oder –mobiltelefon, Zuschüsse und Infrastruktur für Kinderbetreuung, Unterstützung bei Weiterbildung (in Form von Zeitgutschriften und/oder finanziellen Zuwendungen).


Einstiegslöhne nach einem Studium

Die Lohnstudie der FH Schweiz 2021 (www.fhlohn.ch) zeigt, dass mit einem Bachelor in Betriebswirtschaft FH ein Jahreslohn von CHF 78'000.- (Median, 100% Pensum) erwartet werden kann. Natürlich gibt es deutliche Unterschiede bei den Branchen. Für einen Master-Abschluss in Betriebswirtschaft FH liegt der Median bei CHF 90'000.-. Studierende der Wirtschaftsinformatik erreichen einen Median von CHF 82'500.- (Bachelor FH) resp. CHF 87'100.- (Master FH).


Lohnstudien

FH Schweiz www.fhlohn.ch

Bundesamt für Statistik  https://www.gate.bfs.admin.ch/salarium/public/index.html

Schweiz. Gewerkschaftsbund  https://www.sgb.ch/service/lohnrechner

Assessment Center und Testverfahren

Bei Rekrutierungen kommen immer wieder auch Tests zum Einsatz, die jeweils bestimmte Kompetenzen in den Vordergrund rücken. Sehr häufig werden diese heute online durchgeführt. Sie beinhalten Persönlichkeitstests, Leistungstests und numerische oder verbale Testverfahren. Wichtig ist hierbei immer, möglichst authentisch zu bleiben – letztlich hilft es dir auch nicht weiter, wenn du eine Stelle kriegst, du dich in dieser aber nicht wohl fühlst!

Ein ausführlicheres Verfahren stellt das Assessment Center dar. In diesem wirst du alleine, zu zweit und in Gruppen eine ganze Reihe von verschiedenen Aufgaben meistern, bei denen du jeweils beobachtet wirst. Sie finden meistens unter Zeitdruck statt, um die Belastbarkeit und die Konzentrationsfähigkeit zu testen. Nachfolgend findest du einige typische Aufgaben aus Assessment Centern.

  • Präsentation: Es geht darum, deine rhetorischen Fähigkeiten zu testen. Du hältst eine Präsentation zu einem vorgegebenen Thema. Für die Vorbereitung steht meistens eine sehr knapp bemessene Zeit zur Verfügung. Achte deshalb auf gutes Zeitmanagement. Bei der Präsentation halte stets Blickkontakt mit den Assessor*innen und trage deine Gedanken mit einem Lächeln vor. Die Präsentation folgt unbedingt einer klar erkennbaren Struktur.
  • Gruppendiskussion: In einer Gruppe aus mehreren Personen (oftmals auch «Konkurrent*innen» in der Bewerbung um dieselbe Stelle) wird ein kontroverses Thema diskutiert. Gelegentlich wird dir dabei gar eine bestimme Rolle zugewiesen, die du vertreten musst. Zeigen dich in einer solchen Diskussion engagiert, aber gleichzeitig überlegt und ruhig. Gehe auf andere Argumente ein und gestehe eigene Fehler ein. Zeige dich interessiert an einer harmonischen Stimmung in der Gruppe und arbeite mit sachlichen Argumenten anstelle von persönlichen Emotionen.
  • Fallstudien: In Gruppen (selten in einer Einzelaufgabe) bearbeitest du ein komplexes Thema aus dem Alltag der Unternehmung. Du entwickelst  hierbei eine brauchbare Lösung, wobei auch hier der Prozess stärker im Vordergrund steht als das eigentliche Ergebnis. Hier ist vor allem eine systematische Herangehensweise zentral, die auf einem ganzheitlichen Ansatz aufbaut. Zeige dich engagiert, gehe auf Argumente von anderen ein und entwickle diese weiter. Höre aufmerksam zu und denke selber laut, damit andere mit dir zusammen die Lösung weiterentwickeln können.
  • Rollenspiele: Du erhältst eine bestimmte Rolle zugewiesen, auf die du dich während weniger Minuten vorbereiten kannst. Oftmals bist du Vertreter*in der Unternehmung im Gespräch mit unangenehmen Kund*innen, die sich bei dir beschweren wollen. Alternativ bist du die vorgesetzte Person und musst mit einem*r Mitarbeiter*in ein Konfliktgespräch führen. Hier gilt es, überzeugend und bestimmt zu argumentieren, dabei aber gleichzeitig die Ruhe zu bewahren.

Grundsätzlich gilt für Assessment Center, dass du möglichst authentisch bleiben sollst. Natürlich kannst du versuchen eine Rolle zu spielen. Aber nach wenigen Minuten und etwas Druck wird die Maske sowieso fallen – egal, wie geübt du bist! Zudem must du dir bewusst sein, dass du in einem Assessment Center immer beobachtet wirst, also auch vor und nach der eigentlichen Übung oder in den Pausen. Daher solltest du versuchen, stets freundlich, zuvorkommend, engagiert und aktiv zu sein. Eine gute Vorbereitung schliesst auch genügend Schlaf und die Wahl passender Kleidung (bequem, aber trotzdem professionell) mit ein.

Tutorial Professionelles Bewerbungsschreiben

Tutorial Online Bewerbungsgespräche

«Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden
geformt, sondern durch Arbeit und
eigene Leistung.»

Albert Einstein